Lisa Gnadl und Anne Thomas im Austausch mit dem Frauen-Notruf Wetterau e.V.

v.l.n.r.: Monika Scheddel-Pfaff, Anne Thomas, Lisa Gnadl, Jeanette Stragies, Julia-Katharina Wintermeyer, Jana Tittel, Anne Hantschel (Foto: Stoll)

In den Räumlichkeiten des Frauen-Notrufs Wetterau e.V. in Nidda informierten sich die Wetterauer Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl und die Landtagskandidatin Anne Thomas (beide SPD) bei den Mitarbeiterinnen des Frauen-Notrufs Monika Scheddel-Pfaff, Julia-Katharina Wintermeyer, Jeanette Stragies, Jana Tittel und Anne Hantschel über die wichtige Arbeit und die aktuellen Aufgaben des Frauen-Notrufs.

„Der Frauen-Notruf Wetterau e.V. ist eine Anlaufstelle für Frauen, Mädchen und Trans, die von häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt, sexueller Belästigung oder anderen Gewaltformen betroffen sind“, erklären die Mitarbeiterinnen. Dabei bietet der Verein vielfältige Unterstützungsdienste, wie etwa Beratung, Krisenintervention und Begleitung.

Beim Gespräch mit den beiden Sozialdemokratinnen stand vor allem die Präventionsarbeit an Schulen und Kitas im Mittelpunkt, die das Angebot neuerdings ergänzt. „Besonders die Mädchen und jungen Frauen an den Schulen zeigen ein starkes Interesse am Thema und wünschen sich nach Abschluss unserer Arbeit weitere Beratungsmöglichkeiten. Auf Grund unserer Personalsituation und der Finanzierung unserer Arbeit können wir das derzeit vor Ort an den Schulen nicht leisten“, berichten die Mitarbeiterinnen Monika Scheddel-Pfaff und Julia-Katharina Wintermeyer.

„Aktuell sind wir ein Team von sechs Teilzeit-Mitarbeiterinnen, davon zwei Präventionsfachkräfte. Um unsere Angebote noch weiter auszubauen und sämtliche Personen zu erreichen, die dringend Beratung und Unterstützung benötigen, brauchen wir mehr Mitarbeiterinnen. Hier sind wir auf Unterstützung von allen politischen Ebenen angewiesen“, erklärt Jeanette Stragies, die gemeinsam mit Anne Hantschel den Frauen-Notruf leitet.

„Häusliche Gewalt gefährdet das Kindeswohl. Das Konzept der Präventionsarbeit in Kitas und Schulen sollte in den Bildungs- und Erziehungsplan aufgenommen werden, um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung bestmöglich zu unterstützen“, fordert die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Lisa Gnadl.  „Außerdem setze ich mich im Landtag für eine weitere Förderung aus Landesmitteln für die wichtige Arbeit der Frauennotrufe, Frauenhäuser und weiterer Beratungsstellen ein. In Hessen haben wir kein flächendeckendes Angebot an Frauenhausplätzen und Beratungsstellen. Das müssen wird dringend ändern.“

Beim Gespräch mit den Mitarbeiterinnen berichteten diese auch von der Arbeit der Beratung für betroffene Frauen, Mädchen und Trans. „Seit der Pandemie verharren die Gewalttaten auf einem sehr hohen Niveau. Unser Team arbeitet täglich daran, allen Betroffenen zu helfen und sie durch alle Lebenslagen zu begleiten“, so Hantschel. „Aus meiner langjährigen politischen Begleitung des Frauen-Notrufs, auch als frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, kenne ich die Arbeit und das enorme Engagement des Frauen-Notrufs und der vielen Mitarbeiterinnen. Mit voller Überzeugung setze ich mich in meiner politischen Arbeit auch weiterhin für die tatsächliche Umsetzung der Istanbul-Konvention ein.“ Die Istanbul-Konvention ist ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und wird in Hessen bislang nicht erreicht.

„Es ist unerlässlich, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen und sicherzustellen, dass Betroffene die Unterstützung erhalten, die sie brauchen“, betonte Anne Thomas, die SPD-Landtagskandidatin der nördlichen Wetterau. „Der Frauen-Notruf leistet hier eine unschätzbare Arbeit, und ich bin beeindruckt von ihrem Einsatz. Klar ist aber auch, dass die wertvolle Arbeit nur durch stärkere finanzielle Förderungen aller Ebenen der Politik weiterhin auf einem hohen Niveau bestehen kann.“